Viele unterschätzen die Situation und glauben, man könne mit einer Massage-Lehre schnell und unkompliziert Geld verdienen. Aber wenn ich eine gewöhnliche Lehre im Bereich Massage mache – statt der Ausbildung zur medizinischen Masseurin – verliere ich zwei Jahre und    „Als Lehrling mache ich drei Jahre lang ausschließlich klassische Massage.“ (Vielen ist nicht bewusst, dass Lehrlinge keine Behandlungen an kranken Personen durchführen dürfen und daher keine Kranken massieren dürfen. Das dürfen nur medizinische Masseure.)

 

Nebenbei könnte ich zwar die Matura nachholen, müsste dafür aber vier Prüfungsfächer absolvieren, um mich anschließend an einer FH für Physiotherapie bewerben zu können. Allerdings ist nicht einmal sicher, dass ich überhaupt aufgenommen werde.

Falls es nicht sofort klappt, müsste ich möglicherweise ein Jahr lang als Hilfsarbeiterin bei einem gewerblichen Masseur arbeiten – ein bisschen verdienen, aber ohne Garantie, im Jahr darauf einen FH-Platz zu bekommen. Und selbst wenn ich direkt aufgenommen werde, dauert es bis zur fertigen Physiotherapeutin mindestens sechs Jahre, in denen ich kaum Einkommen habe. Finanzielle Unterstützung gibt es in dieser Zeit kaum, meine Familie müsste weiter einspringen – obwohl die Kinderbeihilfe nur bis zum 24. Lebensjahr läuft.

Darum ist für mich der bessere Weg die medizinische Massageausbildung. Sie kostet zwar rund 6.500 € „derzeit“, kann aber zinsfrei in Raten bezahlt werden. Während des Praktikums verdiene ich etwa 400 € monatlich und erhalte weiterhin Kinderbeihilfe.

Nach einem Jahr kann ich bereits eine Vollzeitstelle als medizinische Masseurin annehmen und rund 2.300 € brutto verdienen. Parallel dazu kann ich die berufsbegleitende Ausbildung zur Heilmasseurin (4.500 € „derzeit“) sowie die Zusatzqualifikationen Elektro- (795 € „derzeit“) und Hydrotherapie (785 € „derzeit“) absolvieren. Dafür bekomme ich zusätzlich rund 25 % Förderung der Ausbildungskosten aus dem Arbeitnehmer-Weiterbildungsfonds – also ungefähr 1.500 € „derzeit“, Unterstützung vom Land.

Mit der abgeschlossenen Heilmasseur-Ausbildung kann ich mir ein Fach für die Matura anrechnen lassen. So hätte ich bereits nach eineinhalb Jahren die Matura abgeschlossen und kann mich direkt an der FH bewerben.

Sollte ich keinen Platz bekommen, kann ich nach Bad Birnbach pendeln (drei Tage pro Woche) und wäre schon eineinhalb Jahren später (also in gesamt drei Jahren, nicht sechs!) ebenfalls Physiotherapeutin, während ich nebenbei als Heilmasseurin etwas dazuverdiene.

So oder so bin ich finanziell deutlich unabhängiger und habe nach sechs Jahren bereits vier Jahre eigenes Einkommen, statt sechs Jahre lang fast ohne Geld dazustehen und von meiner Familie abhängig zu sein.

Mein Ziel ist dich zu informieren – damit du deine Zukunft mit klaren Fakten planen kannst. Wenn du möchtest, können wir gemeinsam schauen, welche Möglichkeiten für dich persönlich am sinnvollsten sind und wie du deine beruflichen Ziele am besten erreichst.